Eisfahrt des WSV Verden steht „dank Corona“ unter einen guten Stern! Oder anders gesagt: „Nichts Schlechtes, was nicht auch was Gutes hat!“ „dank Corona“ => ohne Corona wäre die Fahrt wohl nie entstanden.

Seit vielen Jahre sind wir immer wieder mit einer ansehnlichen Truppe am ersten Wochenende im Dezember zur Rintelner Eisfahrt gefahren. Haben die Tour über das Wochenende mit einer Übernachtung in Vlotho, sowie Weiterfahrt bis Lahde erweitert. Legendär waren dabei die Besuche des Weihnachtsmarkts in Vlotho. Wer erinnert sich nicht gern an die Auftritte der weltbekannte Band „Dirty Chucks“. Das wollten wir in diesem Jahr natürlich nicht vermissen.

Dann Anfang November kommt die schockierende Meldung, die Rintelner Eisfahrt wird zum zweiten Mal wegen Corona abgesagt. Das kann man den Organisatoren nicht verübeln! Wer will in der aktuellen Situation eine Veranstaltung mit über 500 Teilnehmer stemmen. Aber irgendwie wollte ich den Plan kein zweites Mal kampflos aufgeben. Also ordentlich nachgedacht und einen alternativ Plan entworfen. In 2 Tagen mal die Aller von Engehausen bis zum Bootshaus in Verden paddeln. 70 KM sind eigentlich kein so großes Ding, aber bei schlechtem Wetter kann es schon sehr ungemütlich werden. Vielleicht hilft eine Übernachtung im Allerhof in Bosse mit gutem Essen die potenziellen Teilnehmer bei Laune zu halten. Also habe ich schnell einige unerschrockene Sportkameraden angeschrieben, und bangend auf die Reaktionen warten. Nach unglaublichen 3 h sind alle Antworten schon zurück. Oh, welch Wunder, sie wollen alle dabei sein. Die Idee scheint gar nicht so doof zu sein, wie anfangs gedacht. Also fleißig weiter planen. Hotel und Transport für 9 Personen organisieren. Alles kein Problem, wir sind im Allerhof herzlich willkommen. Nur die Frage vom Hotel: Bei dem Wetter wollt ihr wirklich paddeln? Ja, warum nicht?

In der Woche vor den Start, kommen schlechtes Wetter und (Regen und Sturm, so’n Sch…!) und dann auch noch die 2G+-Regel. Aber das hält uns jetzt auch nicht mehr auf. Samstag vor den Start geben sich die Teilnehmer beim Testen in der Stadt die Klinke in die Hand. Das Wetter hat sich auch wieder beruhigt. Grauer Himmel, aber trocken, kein Wind, Temperaturen über im unteren einstelligen Bereich. Klappt doch, für die Jahreszeit ideale Bedingungen. Das haben wir schon viel schlimmer erlebt. Also Boote aufladen und schon geht es los. Stefan und Anke bringen uns zum Start. Damit ist die Logistik auch gelöst. Vielen Dank an die Beiden für die super Unterstützung.

Auf dem Wasser sind alle Teilnehmer gut gelaunt unterwegs. Die Strecke ist einfach zu bewältigen. Nur einmal in Hademsdorf am Wehr umtragen. Hier bietet sich die Pause geradezu an. Schnell kommt alles den Tisch. (Weihnachtsbaum, Glühwein, Lebkuchen, Spekulatius, Schokoweihnachtsmänner). Einfach alles was dazugehört. Selbst ein Kocher zum Glühwein erhitzen ist dabei. Dann geht es weiter vorbei an Hodenhagen, Ahlden, Eilte bis nach Bosse. Zeitweise kommt sogar die Sonne etwas hervor. In Bosse angekommen, ist die Chefin vom Allerhof Frau Rodewald immer darüber erstaunt, dass wir wirklich gepaddelt sind. Sie wollte es bis zum Eintreffen nicht so richtig glauben. „Die sagen bestimmt doch noch ab!“ Schnell die Zimmer beziehen und erst einmal ordentlich duschen, dann noch etwas ausruhen. Es soll ja kein Stress aufkommen. Abend dann im Restaurant lecker Essen und das eine oder andere geistige Getränk einnehmen. Die Stimmung ist wie schon den ganzen Tag spitze. Zeit für ein erstes Resümee der Gruppe. Warum sind wir eigentlich immer nach Rinteln gefahren? Es geht doch auch auf der Aller entspannter mit weniger Autofahrt.

Nach einer ruhigen Nacht mit dem ersten Wintereinbruch, es hat geschneit, geht’s morgens zum Frühstück. Wieder wie zu erwarten sehr lecker. Dann in Ruhe die Sachen gepackt, und der zweite Tag auf dem Wasser kann starten. Auch heute spielt das Wetter wieder mit. Die Stimmung bei allen Teilnehmern ist immer noch ungebrochen. Da ist die Reststrecke mit 35 km bis Verden wirklich kein Problem. Auf halber Strecke gilt es noch eine Glühweinpause im Boot. Die Stimmung passt, die Gruppe ist nicht klein zu kriegen. Im Bootshaus ohne Probleme angekommen, werden die Boote noch schnell geputzt und wieder verstaut. Langsam wollen wir wieder ins Warme und den Rest vom 2 Advent genießen.

Was bleibt als Fazit der Tour für mich übrig? Alle 9 Teilnehmer hatten ihren Spaß bei der Tour. Die beiden neuen Sportkollegen vom OKC Ottersberg haben sich in diese Gruppe sofort als fester Bestandteil integriert. Großartig, dass sie dabei waren. Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen sollte unbedingt weiterausgebaut werden. Vor allen Dingen scheint hier eine neue Tour für unseren Terminplan geboren zu sein. Damit kann man einen festen Punkt im Kalender für die sonst so lange Winterzeit setzen. Der erste Test mit einer überschaubaren Gruppe war jedenfalls ein voller Erfolg. Beim nächsten Mal können wir die Truppe durchaus vergrößern. Man sollte nur im Kopf behalten, dass die Wetterbedingungen auch mal anders sein können. Dann ist die Strecke gleich anspruchsvoller und die Ausrüstung muss entsprechend passen.

Jens Quade,
Gewässerwart des WSV Verden